Quelle: www-de.mpimp-golm.mpg.de/profil/perspektiven/

Zukunftsperspektiven

Zur Zeit zeichnet sich eine weitergehende Entwicklung im Institut ab: Das Gesamtsystem Pflanze soll als Ganzes in seiner Umwelt und seinen physiologischen Leistungen und Reaktionen erfasst werden.

Es geht dabei darum, das komplexe Netzwerk in der Zelle im Hinblick auf gegenseitige wechselwirkende Beeinflussungen der Komponenten und der Regulation dieser Komponenten unter verschiedensten Bedingungen zu verstehen. Dieser Bereich wird stichwortartig mit "postgenomics", oder dem vom MPI-MP bevorzugten Begriff der "systems biology" beschrieben.

Fundierte Kenntnisse über Stoffwechselvorgänge in Pflanzen werden in Zukunft Auswirkungen auf die Qualität, die Nährstoffzusammensetzung und die Gesundheit von Lebensmitteln, die Ertragssicherheit und die industrielle und pharmakologische Nutzung von Pflanzen haben, andererseits werden diese Kenntnisse aber auch im Hinblick auf sich ändernde Umweltbedingungen von enormer Wichtigkeit sein.

Dabei werden diejenigen Länder "die Nase vorn haben", in der die Frage des Einsatzes Grüner Gentechnik nicht als Glaubensfrage, sondern auf der Grundlage von Fakten diskutiert wird.

Ob ein Transfer, der durch Grundlagenforschung gewonnen Erkenntnisse über Stoffwechselwege in Pflanzen, in nächster Zeit Eingang finden wird in die praktische Anwendung in Deutschland oder Europa erscheint im Augenblick ausgesprochen fraglich.

Die im Zuge der Novellierung des Gentechnikgesetzes neu entbrannte Diskussion um die Gentechnik und die Art und Weise wie debattiert wird, verstellt den Blick auf die Chancen dieser Technologie. Der Begriff des Gens ist mittlerweile in der Öffentlichkeit in Verruf geraten, obwohl alle Lebewesen Gene besitzen, die im Unterschied zu Chemikalien oder zur Atomenergie von sich aus weder giftig noch auf eine andere Art gefährlich sind.